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Jeden Montag (am Abend) finden Sie auf diesen Seiten einen neuen Wochenbericht zur aktuellen Lage in Bezug auf COVID-19 in Deutschland.




Die aktuelle Lage auf den deutschen Intensivstationen

Autor: Markus Hannig
Dienstag, 20. Oktober 2020
Am vergangenen Wochenende konnte ich einigen Posts in den Sozialen Medien entnehmen, dass bereits jetzt die Situation im Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankten in den deutschen Krankenhäusern und speziell auf den Intensivstationen extrem angespannt sei. Ich habe mir deshalb die aktuellen Daten des DIVI-Intensivregisters angesehen. Die Ergebnisse möchte ich nachfolgend darstellen.

Bis vor Kurzem hatte ich weder gewusst, dass es das DIVI-Intensivregister gibt, noch hatte ich eine Vorstellung davon, welche Informationen man hier abrufen kann. Da es wahrscheinlich vielen Leserinnen und Lesern dieses Berichts nicht viel anders geht, möchte ich zunächst das DIVI-Intensivregister kurz vorstellen.

DIVI steht für den Verein "Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V." mit Sitz in Berlin.
Auf der Startseite von https://www.intensivregister.de stellt es sich aktuell wie folgt vor:
"Täglich erfasst das DIVI-Intensivregister die freien und belegten Behandlungskapazitäten in der Intensivmedizin von etwa 1.300 Akut-Krankenhäusern in Deutschland.
Im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie werden zudem auch aktuelle Fallzahlen intensivmedizinisch behandelter COVID-19 PatientInnen aufgezeichnet.
Das Register ermöglicht in der Pandemie, und darüber hinaus, Engpässe in der intensivmedizinischen Versorgung im regionalen und zeitlichen Vergleich zu erkennen. Damit schafft das DIVI-Intensivregister eine wertvolle Grundlage zur Reaktion und zur datengestützten Handlungssteuerung in Echtzeit."

Laut den Aussagen einiger facebook-Posts vom vergangenen Wochenende haben wir bereits jetzt die Situation, dass die deutschen Krankenhäuser kurz vor dem Kollaps stehen aufgrund einer riesigen Anzahl von Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind.
Vielleicht ergibt sich diese Situation bereits nachvollziehbar aus den aktuellen Fallzahlen für Deutschland. Laut den sehr schnell ansteigenden "Covid-19-Fällen" hatten wir laut dem Dashboard des Robert Koch-Instituts gestern (19. Oktober 2020) 61.710 Personen mit einem positiven Testergebnis.
Dem Lagebericht des RKI vom 20.10.2020 kann man entnehmen, wieviele Patienten es sind, die derzeit intensivmedizinisch behandelt werden: Insgesamt werden aktuell 879 Personen auf Intensivstationen behandelt. Davon müssen 411 Personen künstlich beatmet werden. Das entspricht 1,4% aller in Deutschland positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Menschen.
Einige dieser Patienten stammen jedoch aus dem Ausland, wie man diversen Medien am Wochenende entnehmen konnte.
In der Aachener Zeitung vom 18. Oktober konnte man beispielsweise folgende Schlagzeile finden: "NRW bietet Covid-19-Patienten aus den Niederlanden 80 Intensivbetten".
Die Situation kann also momantan nicht so angespannt sein, denn sonst würden wohl die Betten für deutsche Patienten frei gehalten werden.
Diese Vermutung wird auch bestätigt vom Statistischen Bundesamt. In einem Artikel auf den Internetseiten von STATISTA kann man folgende Information entnehmen: "Der Anteil der belegten Intensivbetten in Deutschland liegt derzeit bei  High-Care und ECMO-Betten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit bei 50 bzw. 20 Prozent. Es sind also noch viele Betten frei."
Das klingt doch zunächst einmal sehr beruhigend.

Und was sagt das DIVI nun dazu? Kann man hier Hinweise auf eine "angespannte Lage" wegen COVID-19 in den Krankenhäusern finden?
Ich habe mir dafür den Tagesreport des DIVI von heute angesehen. Bereits auf der ersten Seite konnte ich die gleichen Zahlen wiederfinden, die ich auch im Lagebericht des RKI gefunden hatte. Im weiteren Verlauf des Reports erhält man einen Einblick in die aktuelle Auslastung des Intensivbetten in Deutschland. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Betten (ca. 7.700 Betten) mit einer hohen und der höchsten Versorgungsstufe sind aktuell nicht belegt.
Auch die nachfolgende Karte zeigt zahlreiche weiß hinterlegte Landkreise. Hier sind also momentan keine COVID-19-Patienten auf den Intensivstationen zu finden. Die Maximalbelegung liegt bei den dunkelblau markierten Landkreisen bei 25%.


Zusammenfassend kann man also sagen, dass es überhaupt keinen Grund dazu gibt, Panik zu verbreiten, weil unser Gesundheitssystem angeblich aus- oder überlastet sei. Das sind schlichtweg Fake-News!
Es ist schlimm und aus meiner Sicht überhaupt nicht angemessen, wenn unnötig Panik verbreitet wird - es gibt bereits viel zu viele Menschen, die aufgrund der tagtäglichen "Panik-Rhetorik" von Wissenschaftlern, Medien und den Politikern in einem Dauerzustand der Angst leben.
Meine ganz persönliche Einschätzung auch aufgrund der zuvor genannten Zahlen: Es gibt aktuell keinen Grund, in Deutschland in Bezug auf die Gefahr von COVID-19 in Angst und Panik zu verfallen.



Ich möchte diesem Artikel noch einen kleinen Zusatz-Artikel anhängen, da mich eine weitere Rechnung brennend interessiert, die relativ leicht aus den zuvor genannten Informationen durchzuführen ist. Mich beschäftigt nämlich nun noch folgende Frage:
Ab welcher Zahl von positiv getesteten Menschen würden wir den Punkt erreichen, bei dem alle unsere verfügbaren Intensivbetten (High-Care und ECMO) mit COVID-19-Patienten belegt wären und wir somit an die Grenzen unseres Gesundheitssystems stoßen würden.

Aus der vorherigen Berechnung wissen wir, dass 1,4% aus den positiv getesteten Personen schwer erkrankt sind und intensivmedizinisch behandelt werden müssen.
Für die weitere Berechnung machen wir vorsichtshalber aus den 1,4% die gerade Zahl von 2%.
Zur Verfügung stehen uns 7.700 + 880 Betten, also circa 8.500 Betten. Der Rest steht auch weiterhin Menschen mit anderen schweren Erkrankungen zur Verfügung.

Daraus würde sich also ergeben, dass wir die Anzahl von 425.000 Personen erreichen müssten, die laut den Angaben des RKI gleichzeitig in einem Zeitraum von 14 Tagen ein positives Testergebnis haben müssten. Dies würden wir dann erreichen, wenn die aktuellen Zahlen um das 6,8-fache im Vergleich zu heute ansteigen würden.

Das würde jedoch auch bedeuten, dass bei einer ungefähr gleichbleibenden Testkapazität von 1.000.000 durchgeführter Tests pro Woche ungefähr jedes fünfte Testergebnis positiv ausfallen müsste. Das entspräche einer Positivenquote von 20 bis 21%.
Zu Beginn der Pandemie lag der Maximalwert der Positivenquote gemäß den Angaben der Lageberichte des RKI bei maximal 9,03% in der 14. Kalenderwoche.
Wenn man sich dies vor Augen führt, dann sollten wir uns also eigentlich sehr sicher sein, dass wir diese komplette Auslastung der Intensivbetten in Deutschland nicht einmal ansatzweise erreichen können!
Sollten dann noch die Aussagen von Herrn Professor Bhakdi und weiteren ähnlich denkenden Wissenschaftlern zutreffen, dass die T-Zellen bereits in der Lage sind, das Virus bei den meisten Menschen erfolgreich zu bekämpfen, dann wird dieser Zustand niemals eintreten können und außerdem wären die meisten "Zwangs-Schutzmaßnahmen" spätestens dann vollkommen sinnlos und unnötig und eine weitere Aufrechterhaltung dieser Maßnahmen nicht mehr zu rechtfertigen.

Ich hoffe, dass ich mit dieser Einschätzung richtig liege. Ich denke jedoch, dass wir in vier Wochen deutlich mehr darüber sagen können, in welche Richtung sich die Zahlen bewegt haben und weiter bewegen werden.

Wenn Ihnen diese Seiten gefallen, dann würde ich mich über Ihre Empfehlung an Familienmitglieder, Freunde und Bekannte sehr freuen.

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