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Medizinprofessor Schrappe: "Zahlen des RKI sind nichts wert"

Autor: ZDF, Medizinprofessor Schrappe
Mittwoch, 25. November 2020
Am 23. November sprach das Fernsehmagazin ZDF heute mit dem Medizinprofessor Matthias Schrappe.
Ich zitiere im Nachfolgenden den Text des ZDF auf seiner Homepage:

Der Kölner Medizinprofessor Matthias Schrappe hält die Infektionszahlen des Robert-Koch-Instituts für unzureichend. Sie hätten "keine Basis" und seien "das Papier nicht wert", auf dem sie geschrieben seien, sagte der frühere Vize-Vorsitzende des Sachverständigenrates Gesundheit gegenüber ZDFheute live. Die Zahlen würden erhoben und auf die Gesamtbevölkerung umgerechnet, ohne einzuberechnen, wie viele in der Gesamtbevölkerung vielleicht noch zusätzlich infiziert seien. Sie seien nicht geeignet, um damit politisch zu steuern.

Die Dunkelziffer sei extrem hoch, weil es sich um eine asymptomatische Krankheit handele, bei der viele Träger nichts von ihrer Infektion wüssten, mahnt Schrappe. Demnach könne man mit den erhobenen Daten und Antikörper-Studien nur kumulative Schätzungen vornehmen, aber nichts über das akute Infektionsgeschehen in Deutschland aussagen.

Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hält die vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Infektionszahlen dagegen für "zuverlässig, denn sie berücksichtigen immer die Anzahl der Tests bei der Interpretation. Diese handfesten Zahlen können durch Kohortenstudien höchstens ergänzt, nicht aber in Frage gestellt oder ersetzt werden."

Eine Autorengruppe um Schrappe hatte in einem Thesenpapier solche zufällig ausgewählten Bevölkerungsstichproben gefordert. "Einfache Modellrechnungen zeigen, dass die 'Dunkelziffer' der Infektion in der nicht-getesteten Population um ein Vielfaches über der Zahl der bekannten, neu gemeldeten Infektionen (Melderate) liegt", heißt es darin.  Lauterbach hält dem entgegen, dass es die angenommene hohe Dunkelziffer in Deutschland nicht gebe, weil mehr getestet werde als in anderen Ländern.

Die Virologin Corinna Pietsch vom Universitätsklinikum Leipzig verweist im Gespräch mit ZDFheute live außerdem darauf, dass die Labore in Deutschland bundesweite Studien mit einer Vielzahl zusätzlicher Tests aktuell nicht leisten könnten: "Wir sind in der Situation, dass wir schon prüfen, wen wir überhaupt mit PCR-Tests aktuell testen. Denn wir sehen, dass weltweit auf dem Markt, bestimmte Dinge, die im Labor gebraucht werden, nicht verfügbar sind."

Für einen Wechsel der Corona-Strategie, den die Autorengruppe zusammen mit einem stärkeren Schutz verletzlicher Bevölkerungsgruppen fordert, sieht Lauterbach ebenfalls keinen Grund. "Die Strategie, die wir bisher verwenden, hat gewirkt." Eine Abschottung von Risikopatienten sei in Deutschland "nicht praktikabel". Es gelte, jetzt mit Kontaktbeschränkungen und anderen Maßnahmen durchzuhalten, bis eine Impfung verfügbar sei.





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